Projekt: Dein Liebeskummer ist politisch!

Dein Liebeskummer ist politisch! Klingt komisch? Auch wenn Politik oftmals weit weg erscheint, haben politische Entscheidungen Einfluss auf dein Leben; z.B. ob der örtliche Jugendtreff zumacht, ob du deine Freund*innen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln besuchen kannst oder wer wen heiraten und lieben darf. Schnell gerät in Vergessenheit, dass Freiheiten, Möglichkeiten und Rechte, über die wir verfügen, alles andere als selbstverständlich sind. Daher ist es wichtig, sich für deren Erhalt zu engagieren.

 

Dieses Jahr finden sogar gleich zwei Wahlen statt, bei denen Bürger*innen darüber entscheiden, wie es weitergeht und zwar am 26. Mai bei den Kommunal- und am 1. September bei den Sächsischen Landtagswahlen. Dein Engagement, deine Wahlentscheidung, die deiner Eltern und Freund*innen hat Gewicht. Sie hat ganz konkrete Auswirkungen darauf, in welcher Gesellschaft wir zukünftig leben werden. Welchen Standpunkt vertrittst Du? Was ist Dir wichtig und wofür sollen sich die beauftragten Politiker*innen einsetzen - damit Du ihnen Deine Stimmen gibst?

 

In den nächsten Monaten werden wir immer wieder neue Beiträge unter dem Slogan "Dein Liebeskummer ist politisch!" auf der Homepage und Facebook posten. Die vorbereiteten Links führen euch zu Büchern, Filmtrailern, Kurzclips, Websites und vielem mehr. Aus ganz vielfältigen Blickwinkeln kannst du ergründen, wen Liebeskummer alles betreffen kann, was er für unterschiedliche Menschen bedeutet und wieso Liebeskummer uns alle was angeht oder wieso Liebeskummer politisch ist. Diskutiere mit uns, deinen Freund*innen, Eltern und Bekannten. Nutze die Links, um dir eine Meinung zu bilden und tausche dich dazu aus. #ladieseswirdzeit

  

Liebeskummer, was ist das überhaupt?

[The Queer L-Vlog] Folge 2: Liebeskummer:  https://www.youtube.com/watch?v=_zHBDW7PKdo

 

… und was ist eigentlich Liebe?

„Der Ursprung der Liebe“ (Live Strömquist): http://www.avant-verlag.de/comic/der_ursprung_der_liebe

 

 

Herzlichen Dank an unsere Grafikdesignerin Lucie Pilate!

Instagram: @luehcie

 


Dein Liebeskummer ist politisch! 2. Teil

 

Kennst du das Gefühl, den Schmerz, die Traurigkeit und Hilflosigkeit, wenn eine Beziehung zu Ende geht oder gar nicht erst beginnt? Wenn das Herz und der Bauch sich zusammenziehen und nichts und niemand so richtig helfen kann?

 

Liebeskummer erlebt jeder Mensch auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Es hängt davon ab, in welcher Stadt, in welchem Dorf du lebst, welche Regeln gelten, ob du Personen kennst, denen du dich anvertrauen kannst und ob es dir möglich ist, Unterstützung und Trost zu bekommen. Dein Liebeskummer ist vielleicht ganz anders als der deiner Freundin*, deiner Klassenkameradin*/ Kommilitonin* oder Nachbarin*. Nicht nur, weil ihr verschieden fühlt, sondern vielleicht auch weil ihr aus den unterschiedlichsten Gründen Liebeskummer habt.

 

In unserer Gesellschaft kann die Freiheit zu Lieben und damit auch das Recht auf Liebeskummer begrenzt werden durch Anforderungen, Vorurteile, Diskriminierungen, Vorschriften, Traditionen etc.. Wusstest du, dass bis 1968 (in der DDR) und bis 1994 (in der BRD) Homosexualität in Deutschland vor dem Gesetz strafbar war und erst seit 2017 gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen?

 

Der Sender Arte stellt die Frage: Was kann einen daran hindern, jemanden zu lieben? In acht kurzen Clips erzählen Verliebte aus verschiedenen Ländern ihre ganz persönliche Geschichte, aber auch die Probleme und Hürden, die sich ihrer Liebesbeziehung in den Weg stellen. Zudem findet du auf der Seite noch weitere Erfahrungsberichte und Informationen zum Thema "verbotene" Liebe: http://amours.arte.tv/de/bericht

 

Alternativ zum Beitrag aus Deutschland empfehlen wir folgende Clips:

https://www.youtube.com/watch?v=k0PiseS6cWs

https://www.youtube.com/watch?v=kJrkJH87QFY

https://www.youtube.com/watch?v=EB6XWkKh8nI

 

Hast du eigene Erfahrungen mit Liebeskummer? Ist deine Liebe schon mal an gesellschaftliche Be-Grenzungen gestoßen?

Liebeskummer ist politisch - stehen wir für ein Recht auf Liebe für alle ein! #ladiesesistzeit

 

 

Grafikdesignerin Lucie Pilate!

Instagram: @luehcie

 


Dein Liebeskummer ist politisch! 3. Teil

 

Bei Liebeskummer "weinen sich alle Mädchen bei ihrer besten Freundin aus und stopfen sich mit Schokolade voll. Jungs ziehen immer um die Häuser und betrinken sich. Frauen legen sich einen neuen Haarschnitt zu oder kaufen sich Schuhe. Die Männer hüllen sich in Schweigen, weil sie ohnehin niemals über ihre Gefühle sprechen." Kennst du diese oder ähnliche Sätze auch? Wie denkst du darüber? Treffen sie auf dich zu oder reagierst du bei Liebeskummer ganz anders?

 

Unser Leben ist beeinflusst von gesellschaftlichen Vorstellungen. Dazu gehört beispielsweise auch die Einteilung von Menschen in die Kategorien "Frau" oder "Mann". Damit verbunden sind gleichzeitig bestimmte Ideen von "Weiblichkeit" und "Männlichkeit". Diese Zuschreibungen transportieren oft auch Bilder darüber, wie "richtige" Mädchen/ Frauen" bzw. "richtige Jungen/ Männer" aussehen oder wie sie sich verhalten sollen. Diese sogenannten Rollenstereotype prägen so ganz unbewusst unser Denken, Fühlen und Verhalten. Auch Liebeskummer scheint nach den allgemeinen Vorstellungen geschlechtstypisch ausgelebt zu werden, eben abhängig davon, ob eine Person als "Frau" oder als "Mann" wahrgenommen wird.

 

Aber wusstest du, dass es mehr als zwei Geschlechter, sprich "Frau" und "Mann", gibt? Seit diesem Jahr ist es in Deutschland für intergeschlechtliche Menschen möglich, statt "weiblich" oder "männlich", "divers" in ihre persönlichen Dokumente eintragen zu lassen. Intergeschlechtlich* bedeutet, dass die biologischen Geschlechtsmerkmale einer Person medizinisch nicht eindeutig als weiblich oder männlich zugeordnet werden können. Viele Menschen empfinden sich nicht immer eindeutig als "Frau" oder als "Mann". Dennoch gehen Viele davon aus, dass sie allein aufgrund des Aussehens erkennen können, wie sich andere Personen fühlen.

 

Meinst du, dass bei Liebeskummer die Einteilung in "Mann" und "Frau" von Bedeutung ist?

 

Weitere Informationen zum Thema findest du unter den nachstehenden Links:

  1. In dem Clip "Toilet Talk - Non-binary: Kein Mann & keine Frau" wird besprochen, ob sich alle Menschen als "Mann" oder "Frau" zuordnen lassen müssen und was das überhaupt bedeutet: https://www.youtube.com/watch?v=DSbvnHosCUo
  2. Auf der Internetseite von Pinkstinks könnt ihr mehr über Geschlechterrollen erfahren, die unser Leben prägen und wieso es sich lohnt, diese zu hinterfragen: https://pinkstinks.de/
  3. Und in der Graphic Novel "Cry me a river" wird die Geschichte zweier Menschen erzählt und wie unterschiedlichen sie mit Liebeskummer umgehen: https://shop.chicklit.at/Graphic-…/Cry-Me-a-River::2409.html

 

Das Gender-Sternchen (Asterisk): Das Gender-Sternchen verwenden wir, um geschlechtliche Vielfalt abzubilden. Es nimmt Menschen aller Geschlechter in den Blick, auch diejenigen, die sich weder als "männlich" noch als "weiblich" definieren (wollen). Zugleich beinhaltet es die kategorische Unabgeschlossenheit von Geschlecht. In obigem Text wollen wir die in Deutschland gesellschaftlichen Vorstellungen von Frau und Mann als einzige Geschlechter beschreiben und haben deshalb bei diesem Beitrag auf das Sternchen verzichtet.

 

 

Grafikdesignerin Lucie Pilate!

Instagram: @luehcie

 

Dein Liebeskummer ist politisch! 4. Teil

 

Was haben die Liebespaare in den Filmen wie beispielsweise PS. Ich liebe Dich, 10 Dinge, die ich an der hasse, Titanic oder Das Schicksal ist ein mieser Verräter, gemeinsam? Genau, die Haupt-rollen werden verkörpert von einer Frau und einem Mann. Wie du vielleicht schon in unserem letzten Post gelesen hast, war dieses Beziehungsmodell in Deutschland auch lange Zeit das einzig akzeptierte. 

 

Die Idee von der großen Liebe, echter Leidenschaft und Sehnsucht ist gesellschaftlich stark verankert und geprägt von der Vorstellung, dass es nur zwei Geschlechter gäbe, die sich immer gegenseitig ineinander verlieben. Die Erwartung, sich ausschließlich in einen Menschen des "anderen Geschlechts" zu verlieben, ist ein Aspekt von Heteronormativität. Die Akzeptanz nicht-heterosexueller Liebesweisen, beispielsweise zwischen Frauen*,  ist noch längst keine Selbstverständlichkeit und bleibt allzu oft gesellschaftlich unsichtbar. Das liegt daran, dass Menschen, die sich  außerhalb dieser Norm verlieben, mit Vorurteilen, Diskriminierungen bis hin zu Anfeindungen konfrontiert werden.

 

Denkst du, dass nur Frauen und Männer sich wirklich gegenseitig ineinander verlieben können? Kennst auch du  Situationen, in denen Menschen für ihre Liebesweise oder ihr Begehren ausgegrenzt und diskriminiert wurden? Fallen dir Möglichkeiten für den Alltag ein, um etwas für mehr Akzeptanz zu tun? 

 

Mittlerweile gibt es weltweit Menschen, die sich gegen heteronormative Vorstellungen aussprechen und sich für gesellschaftliche Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und Toleranz engagieren. In Dresden gibt es unter anderem den Gerede e.V., der sich für vielfältige Liebes- und Lebensweisen einsetzt.

 

Für weiteres Wissen zum Thema, können wir euch folgende Beiträge wärmstens ans Herz legen:

  1. Im Gender Glossar findest du alle möglichen Definitionen und Erklärungen zu unterschiedlichsten Begriffen rund um das Thema Gender: https://gender-glossar.de/
  2. Im Graphik Novel Blau ist eine warme Farbe von Julie Maroh wird in wunderschönen Bildern die Geschichte von Clementine und Emma gezeichnet: https://www.splitter-verlag.de/blau-ist-eine-warme-farbe-1684.html
  3. Den Film Rafiki von der Regisseurin* Wanuri Kahiu: https://www.youtube.com/watch?v=57ko-LSym00 -  erst vor zwei Monaten in die Kinos gekommen- erzählt  eine Geschichte von Liebe, gesellschaftlichen Hindernissen, Intoleranz und Vielfalt in Kenia. Der Film wurde dort sogar verboten, gerade weil es um die Liebe zwischen zwei sehr starken, jungen Frauen* geht.

  

Zur Schreibweise:  Das Gender*Sternchen (Asterisk)

Wir verwenden das Sternchen, um geschlechtliche Vielfalt abzubilden. Es nimmt Menschen aller Geschlechter in den Blick, auch diejenigen, die sich weder als männlich noch als weiblich definieren (wollen). Zugleich beinhaltet es die kategorische Unabgeschlossenheit von Geschlecht.

Im obigen Text haben wir teilweise bewusst auf das Sternchen verzichtet, um die gesellschaftliche Vorstellung von Frau und Mann als einzige Geschlechter zu beschreiben. Von einigen wird diese Einteilung mit der Vorsilbe cis bezeichnet – also: CisMänner bzw. CisFrauen. Cis zu sein, bedeutet also erst einmal nur, sich innerhalb der Zweiteilung „Mann oder Frau“ wiederzufinden. Es steht für alle Menschen, die sich mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, identifizieren und dieses Geschlecht auch für sich als passend erleben. (vgl. https://missy-magazin.de/blog/2017/02/15/cis-gender/)

 

 

Grafikdesignerin Lucie Pilate!

Instagram: @luehcie