Weiterbildungen

Selbstverletzendes Verhalten als Bewältigungshandeln verstehen

Sind Pädagog*innen in ihrem Arbeitsalltag mit selbstverletzendem Verhalten von Mädchen* und jungen Frauen* konfrontiert, empfinden sie selbst oft Gefühle wie Ohnmacht, Hilflosigkeit und Wut. Häufig entsteht daraus eine Dynamik, die mitunter das gesamte Team erfasst und verunsichert.

Dieses Geschehen besser verstehen zu können und gleichzeitig hilfreich für die betroffenen Mädchen* und jungen Frauen* zu sein, ist Anliegen des Workshops. Denn selbstverletzendes Verhalten kann – insbesondere im Kontext sexualisierter Gewalt – als eine Bewältigungsstrategie verstanden werden. Definitionen und Dynamiken hinter selbstverletzendem Verhalten werden vorgestellt. Mögliche pädagogische Ansätze und Interventionen, aber auch Grenzen werden gemeinsam erarbeitet und reflektiert.

 

Ziel:

Durch die vermittelten Kenntnisse sollen die Teilnehmenden ein grundsätzliches Verständnis erhalten, Optionen eines angemessenen Umgangs erproben und damit wieder mehr Handlungssicherheit erlangen.

 

Schwerpunkte:

  • Was ist Selbstverletzendes Verhalten (SVV) bzw. Autoaggression?
  • Definition, Häufigkeit und Ursachen & Risikofaktoren von SVV
  • Wozu dient SVV und was bewirkt es?
  • Perspektivwechsel: Selbstverletzendes Verhalten als Bewältigungsstrategie verstehen
  • Herausforderungen für Pädagog*innen und andere Bezugspersonen im Umgang mit SVV / (Auto-)Aggression
  • Interventionen im pädagogischen Kontext
  • Prävention

 

Zielgruppe:

Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendhilfe, Lehrer*innen, Erzieher*innen und interessierte Fachkräfte

 

Zeit und Umfang:

Der Zeitumfang ist abhängig von Bedarf und thematischer Ausrichtung.

 

Möglich sind folgende Formate:

Impulse für thematische Teamberatungen I Klausuren (1-2h) | Kollegiale (Fall-)Beratung (2-3h) | Fachberatung (2-3h) | Fortbildung bzw. Seminar (ab 4 Stunden)

 

Ansprechpartnerin: Claudia Döring


Frei von Rollenklischees

Geschlechterreflektierende Arbeit mit Mädchen* und Jungen* als Que(e)rschnittsaufgabe

Mit diesem Angebot wollen wir Mitarbeiter*innen, Teams und Träger dabei unterstützen, ihre pädagogische Praxis geschlechterreflektierend weiterzuentwickeln, persönliche und fachliche Kompetenzen zu stärken sowie Methoden für die Praxis in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe zu erarbeiten.
Die Auseinandersetzung mit eigenen Rollenbildern, der individuellen (Berufs-)Biografie und den gesellschaftlichen Rahmen-bedingungen bildet die Basis für die Entwicklung einer geschlechterreflektierten Haltung.

 

BAUSTEINE

1. Theoretische Bezüge

‣ fachliche Grundlagen der Mädchen*- & Jungen*arbeit
‣ Pädagogische Haltung als Rahmen methodischer Interventionen
‣ aktuelle Begründungszusammenhänge und Modelle der

   Mädchen*- & Jungen*arbeit

 

2. Reflexion

Blick auf die Adressat*innen:

‣ Sozialisation von Mädchen* &Jungen*
‣ Stereotypisierungen von Geschlechtern erkennen
‣ Methoden der Mädchen*- &Jungen*arbeit
‣ (geschlechtliche) Vielfalt

Blick auf die eigene Persönlichkeit:

‣ Haltung als Grundlage
‣ die eigene Sozialisation und (Berufs-)Biografie durch die

  „Geschlechterbrille“ betrachtet
‣ Rollenerwartungen von Adressat*innen an Pädagog*innen und

   umgekehrt
‣ Welches Bild von Mädchen* und Jungen* habe ich selbst?

Blick auf die eigene Einrichtung:

‣ Geschlechterparität im Team
‣ Wahrnehmung & Beteiligung von Mädchen* & Jungen* im

   Einrichtungsalltag
‣ Rahmenbedingungen, Ressourcen & pädagogische Angebote
‣ Gestaltung von Räumen
‣ Leitbild und Konzeption

 

3. Praxis

‣ Praxiswissen teilen, kollegialer Austausch
‣ Methoden der Mädchen*- & Jungen*arbeit
‣ Netzwerke und Kooperationspartner*innen
‣ Elternarbeit als wesentliche Komponente der Arbeit
‣ Literaturempfehlungen; Materialpool

FORMATE UND ZEITLICHER UMFANG
‣ Impulse für thematische Dienstberatungen und

   Klausuren (1-2 Stunden)
‣ Kollegiale Beratung (2-3 Stunden)
‣ Fachberatung (2-3 Stunden)
‣ Fortbildung/Seminar (ab 4 Stunden bis 2 Tage)

Den Zeitumfang können wir Ihrem jeweiligen Bedarf anpassen.

 

METHODEN
Einzel- und Kleingruppenarbeit, Gruppendiskussion, Praxisübungen, Soziometrische Übungen, Rollenübungen, kreative Methoden etc.

 

ZIELGRUPPE

‣ pädagogische Fach- und Leitungskräfte in der

   Kinder- und Jugendhilfe


MÖGLICHE THEMATISCHE AUSRICHTUNGEN
‣ Sexualität, Pubertät, Identität
‣ Aggressives Verhalten, Gewalt, Essstörungen,

   selbstverletzendes Verhalten
‣ Lebensorientierung / Berufsplanung
Themen können individuell im Rahmen eines Auftragsgesprächs vereinbart werden.

 

 

Download
Alle Informationen zum Angebot können Sie hier herunterladen:
Frei von Rollenklischees.pdf
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Seminar: Kollegiale Beratung

Kollegiale Beratung bietet eine lebendige Möglichkeit, konkrete Praxisprobleme des Berufsalltags in einer Gruppe zu reflektieren und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Wir bereichern diese bewährte Methode mit dem geschlechtersensiblen Blick. Gerade in der Pädagogik sind wir mit all unseren Facetten in der Interaktion mit Jugendlichen.

Das heißt, welche Bildern wir von Mädchen* und Jungen*, Frauen* und Männern* haben, prägt unser Handeln maßgeblich.

 

Wir verstehen uns als Starthelferinnen für den Einstieg in die kollegiale Beratung ins Team. Wir möchten Teams, die bisher wenig Berührung mit dieser Methode hatten, anleiten, eigenständig qualifizierte Kollegiale Beratung durchzuführen.

 

Für gelingende kollegiale Beratung ist es förderlich, wenn eine Gruppe, die kollegiale Beratung praktizieren will, die Methodik gemeinsam erlernt und einübt. Die Kompetenz zu kollegialer Beratung setzt sich zusammen aus den methodischen Kompetenzen der einzelnen Teilnehmenden und der gemeinsamen Gruppenkompetenz. Diese bildet sich infolge reflektierter Übung von kollegialer Beratung aus.

 

Inhalte der Seminare:

  • Grundlagen: Merkmale, Ziele, Nutzen
  • Kennenlernen der festen Struktur/des Ablaufs
  • Gesprächsführungskompetenzen
  • Beratungshaltung und Beratungstechniken: lösungsorientierte Beratung, konstruktive Fragen, lösungsförderliche Hypothesen
  • Reflexion der Erfahrung in allen Rollen der kollegialen Beratung
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechterrolle und mit Bildern von Mädchen und Jungen
  • Prozessbegleitung

Zielgruppe:

Kollegial bezieht sich auf die Zusammensetzung der Gruppe. Die Gruppe kann einerseits aus Personen bestehen, die im Berufsalltag Kolleginnen*/Kollegen* sind oder anderweitig zusammenarbeiten. Letzteres mein ein vergleichbares berufliches Betätigungsfeld oder ein ähnlicher Erfahrungshintergrund der Teilnehmenden.

 

Rahmenbedingungen:

Abhängig von Zielen, Vorerfahrungen und Rahmenbedingungen kann der Umfang zeitlich variiert werden.

Für ein einführendes Seminar hat sich ein Zweitägiges Seminar als sinnvoll erwiesen.

 

Ansprechpartnerin: Katrin Gottschaldt