▸ 08. März 2021

FRAUEN*STREIKTAG

FACHGESPRÄCH: "DIE BEDEUTUNG VON PORNOGRAPHIE FÜR MÄDCHEN* UND JUNGE FRAUEN*"

 

Die Neugier für Sexualität, die Beschäftigung mit dem eigenen Körper, die Entwicklung einer Geschlechteridentität und das Spiel mit Rollenbildern gehört zum Erwachsenwerden dazu. Auf der Suche nach Anregungen und Orientierung nutzen die meisten Jugendlichen das Internet. Dabei können sie auf Inhalte stoßen, die verstörend wirken oder ein falsches Bild vermitteln bspw. Pornographie. Der Zugang zu Pornographie ist im Internet einfach, kostenlos, massenhaft und in allen Variationen zu finden. In sozialpädagogischen Angeboten kommt es darauf an, sich mit dem Thema angemessenen auseinanderzusetzen, also es weder zu verharmlosen noch besonders zu dramatisieren. Dabei sind Schutz und Empowerment eng miteinander verbunden.

 

Im Rahmen des Online-Fachgesprächs tauschten sich die Teilnehmenden u.a. zu folgenden Fragen aus: Welche Rollen und Verhaltensweisen werden Mädchen* und jungen Frauen* durch Pornos vermittelt? Wie können Mädchen* und junge Frauen* in der Entwicklung, Erkundung und Entfaltung ihrer eigenen Sexualität und ihrem Begehren gestärkt werden? Was bedeutet "Pornokompetenz" und wie kann feministische Pornographie hier unterstützen? Was muss ich als sozialpädagogische Fachkraft beachten, wenn ich das Thema Pornographie bearbeite? Und wie kann sexuelle Bildung zum Thema Porno aussehen? Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Anregungen und Empfehlungen für die pädagogische Praxis.

 

Die Referentinnen* Ulla Heinrich (Kulturpädagogin, Kulturvermittlerin und Speakerin, Kuratorin des Festivals dgtl fmnsm, Geschäftsleiterin Missy Magazine – feministisches Magazin für Pop, Politik und Kultur) und Yvonne Krüger ( Sozialarbeiterin, Sexual- und Traumapädagogin, Koordinatorin beim Projekt MELiSSE - pro familia Landesverband Sachsen e.V., Initiatorin von „Support your Pussy“ - Aids-Hilfe Dresden e.V.) gaben umfangreiche Inputs und gestalteten einen regen Austausch unter den teilnehmenden Fachkräften. Zahlreiche Impulse und Fragen aus der Runde wurden aufgenommen und signalisieren, dass der Fachaustausch zu dieser Thematik auch weiterhin erfordert und gewünscht ist. 


6. FACHVERANSTALTUNG ZUR PRÄVENTION WEIBLICHER GENITALVERSTÜMMELUNG/ -BESCHNEIDUNG (FGM/C)

 

Die nunmehr 6. Fachveranstaltung zur Prävention von weiblicher Genitalverstümmelung( Beschneidung (FGM/C) fand am 22. Februar 2021 nach Dresden statt. Auch mit der diesjährige Veranstaltung konnten wir wieder vielfältige Impulse und Gelegenheit für Praxisreflexion und Netzwerkarbeit zur Verfügung stellen.

70.218 Frauen* und Mädchen* in Deutschland sind beschnitten, das geht aus der Dunkelzifferstatistik hervor, die Terre des Femmes – Menschenrechte für die Frau zum Internationalen Mädchentag am 11. Oktober 2019 veröffentlichte.
Mehr als 17.600 Mädchen* sind außerdem gefährdet, noch genital verstümmelt/ beschnitten zu werden. Der Handlungsbedarf ist enorm, denn die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr.
Die 6. Fachveranstaltung zur Prävention weiblicher Genitalverstümmelung / Beschneidung (FGM/C) stellte deshalb erstmals das Thema genitale Beschneidung bei Mädchen* im Alter zwischen einem und zehn Jahren in den Mittelpunkt.

Sie richtete sich an Kinderschutzberater*innen/Insoweit erfahrene Fachkräfte, Fachberater*innen, Kitaleiter*innen, Mitarbeiter*innen des ASD, Kinder- und Jugendärzte des ÖGD, die betroffene oder gefährdete Mädchen* in Kindertageseinrichtungen betreuen oder mit der Beratung und Unterstützung von Fachkräften beauftragt sind und mehr über FGM als eine spezifische Form von Kindeswohlgefährdung wissen möchten.
Ziel war es, Fachkräfte zu sensibilisieren - über die Verbreitung, die Formen und die Folgen von genitaler Beschneidung sowie über die rechtliche Lage in Deutschland zu informieren.

Zentrale Fragen und Schwerpunkte des Fachtages waren:
Welche Gefährdung besteht in Deutschland für Mädchen* und junge Frauen*, genital beschnitten zu werden?
Wie erkenne ich, ob ein Mädchen* möglichweise gefährdet oder eine Beschneidung bereits erfolgt ist?
Was bedeutet Kinderschutz im Spannungsfeld von FGM/C?
Was benötigen (Kinderschutz-)Fachkräfte für ihre Handlungssicherheit?
Welches Risikomanagement bzw. welche Interventionsstrategien sind zielführend?

Für die einführenden Fachbeiträge zur Veranstaltung konnten wir zwei erfahrene Referentinnen* gewinnen:

  • Dr. Kristin Hensel (Gynäkologin in eigener Praxis | Dresden)
  • Rechtsanwältin Frau Anne Nitschke (Dresden)

In einem anschließenden Podiumsgespräch konnten die Möglichkeiten und Grenzen im Bereich der Prävention und Intervention ausgelotet werden. Im Fokus standen dabei insbesondere Einrichtungen bzw. Träger der Kindertagesbetreuung und angrenzender Arbeitsfelder.
Auf dem Podium kamen ins Gespräch:

 

  • Regina Hadem | Sachgebietsleiterin ASD Neustadt/ Landeshauptstadt Dresden
  • Viviane Röhr | Kinderschutzbeauftragte des EB KiTA/ Landeshauptstadt Dresden
  • Anja Krebs | Koordinatorin TeilNetzWerk Frühe Hilfen/ Landeshauptstadt Dresden
  • Amina Richter | Somalischer Verein Dresden e.V.
  • Anne Nitschke | Rechtsanwältin
  • Dr. Kristin Hensel | Gynäkologin

Die Teilnehmenden des Fachtages folgten der Einladung, sich aktiv mit ihren Fragen und Bedarfen hinsichtlich Wissenszuwachs, Handlungs(un)sicherheit und Ansprechpartner*innen einzubringen.

 

Zeit | Ort: 11:30 - 16:45 Uhr | Dresden (die Veranstaltung fand in einem OnlineFormat statt.)

Zielgruppen der Fachveranstaltungen waren vor allem Fachkräfte für Kinderschutz, (Schul-)Sozialarbeiter*innen, Erzieher*innen und Fachkräfte aus dem medizinischen Bereich. Doch auch Interessierte aus anderen Bereichen waren zahlreich vertreten.

Die Fachveranstaltung wurde organisiert in Kooperation zwischen der Landeshauptstadt Dresden, Büro der Gleichstellungsbeauftragten, Büro der Beauftragen für Integration und Ausländer, KiNET - Netzwerk für Frühprävention, Sozialisation und Familie, dem FMGZ MEDEA e. V. | Frauengesundheitsprojekt MEDEA International | Mädchenprojekt MAXI und der Fach- und Koordinierungsstelle für die Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* | Trägerkooperation Verbund Sozialpädagogischer Projekt (VSP) e. V. und Frauen für Frauen e. V.

Bei Rückfragen zur Veranstaltung können Sie sich direkt an Claudia Döring | Fach- und Koordinierungsstelle für die Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* wenden: claudia.doering@maedchenarbeit-dresden.de


8. März - frauen*streik

Am 8. März ist weltweit Frauen*tag. Wir haben dieses Jahr mit vielen anderen am König*innenufer gestreikt!

Dabei konntet ihr erstmals die Karten von "DEIN LIEBESKUMMER IST POLITISCH!" in den Händen halten. Unsere Mitmachaktion an diesem Tag haben viele von euch besucht. Ihr habt Antworten auf Fragen wie: "Was ist Schönheit und wer bestimmt das?", "Wie stellst Du dir ein Traumpaar vor?", " Was hilft dir bei Liebeskummer?" in unseren mobilen Briefkasten geworfen. Danke dafür!

Das zeigt: Liebe und Liebeskummer betrifft uns alle, in verschiedenen Weisen. Und ist stets gerahmt von gesellschaftlichen Bedingungen, medialen Bildern und politischen Entscheidungen.

"Dein Liebeskummer ist politisch!" - das Gesprächskartenset für eure Arbeit mit Kindern und Jugendlichen könnt ihr ab jetzt bei uns bestellen.

 

Bei Interesse schreibt uns eine Mail an: fachstelle@maedchenarbeit-dresden.de


"SPIEGLEIN, SPIEGLEIN an der WAND ..." - Seminar zu weiblichen Schönheitsanforderungen und geschlechterbildern

Die Frage: (Wann) bin ich schön? beschäftigt die meisten Mädchen* und jungen Frauen* spätestens mit Beginn der Pubertät und wird schnell zum zentralen Gegenstand weiblicher Identitätsfindung. Maßgeblichen Einfluss haben die allgegenwärtigen Anforderungen an Mädchen* und junge Frauen*, ihren Körper zu inszenieren, zu optimieren und zu sexualisieren. In den 80er Jahren sprach Susie Orbach vom „Schlachtfeld Körper“, Laury Penny skandalisiert heute den „Fleischmarkt“. Hat sich also nichts verändert in punkto Schönheitsidealen? Und wie wirken sich (diese) medialen Bilder und gesellschaftlichen Anforderungen / Zuschreibungen heute auf die Selbstbilder von Mädchen* und jungen Frauen* aus?

 

Im Seminar werden wir zu den Fragen in Austausch kommen, eigene weibliche (Körper-)Bilder reflektieren und erfahren, wie das Thema in der pädagogischen Arbeit aufgegriffen und bearbeitet werden kann. Das 2tägige Seminar beinhaltete einen ausführlichen Praxis- und Methodenteil.

 

Programm:

Input und Diskurs zu aktuellen Schönheitsidealen und Inszenierungserwartungen an Mädchen* und junge Frauen*

Reflexion eigener (Körper-)Bilder und weiblicher Sozialisationserfahrungen

Blick auf meine Adressatinnen*, Praxistransfer und methodische Schatzkiste

 

09:00 Uhr Ankommen mit Kaffee & Tee

09:30 Uhr Beginn -  16:00 Uhr Ende 1. Tag | 14.30 Uhr Abschluss 2. Tag

 

Referentinnen*:

Katja Demnitz ist Diplom- Sozialpädagogin; Bildungsreferentin LAG Mädchen* und junge Frauen* e.V.; Psychodramaleiterin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (i.A.),

Claudia Döring, Diplom- Sozialpädagogin, Bildungsreferentin der Fach- und Koordinierungsstelle für die Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen*, WenDo- Trainerin für Selbstverteidigung & Selbstbehauptung

 

Zielgruppe: (Sozial-)Pädagoginnen* der Kinder- und Jugendhilfe, Lehrerinnen*, Erzieherinnen*

Datum | Ort: 07./08.07.2021 Stadtteilhaus Dresden- Neustadt | Prießnitzstraße 18, 01099 Dresden

Kosten: 70€ (incl. Material, Mittagessen, Kaffee I Tee)

 


Online- FAchgespräch: Aggressivität von Mädchen* – eine unangenehme Herausforderung?

 Die Ausdrucksformen aggressiven Verhaltens von Mädchen* sind heute vielschichtig: Sie handeln verdeckt und offen gewalttätig, verletzen sich selbst oder schädigen andere, fallen auf durch sexualisiert aggressives Verhalten und/oder agieren aus Angst oder Rache, erliegen einem Kontrollverlust oder folgen dem Drang nach Einflussnahme, Anerkennung und Macht...

 

Wo genau verläuft eigentlich die Grenze zwischen destruktivem, nicht-destruktivem und konstruktivem Aggressionsausdruck? Wie können pädagogische Fachkräfte Mädchen* in ihrem Zorn Orientierung bieten?

 

Dieses Webinar befasst sich mit möglichen Hintergründen für den Ausdruck aggressiver Impulse von Mädchen*. Es werden entwicklungstheoretische Aspekte ebenso beleuchtet wie die Zusammenhänge zwischen Gewalterfahrung und Aggressionsentwicklung im Leben von Mädchen* und jungen Frauen*.

 

Zentrale Ziele des Fachaustauschs liegen darin, den Blick auf die aggressiven Impulse von Mädchen* zu erweitern und damit neue Möglichkeiten für einen Umgang mit verschiedenen Ausdrucksformen zu erkennen.

 

Methodisch nutzen wir in diesem Webinar verschiedene Theoriemodelle, Kleingruppenübungen sowie selbstbezogenen und praxisorientierten Austausch.

 

Referentinnen:

Carola Spiekermann: Psychol. (Körper-) Psychotherapeutin und Supervisorin

Astrid Peter: Sozialtherapeutin und feministische Bildungsreferentin

Weitere Informationen zur Arbeit der Referentinnen: www.aufBegehren.com

 

Zielgruppe: vorrangig für (Sozial-)Pädagoginnen* der Kinder- und Jugendhilfe, Lehrerinnen*, Erzieherinnen*

Datum | Zeit | Ort: Donnerstag, der 22. Juli 2021, 16:00 - 19:00 Uhr (online)

Kosten: 10€ (nach Erhalt der Anmeldebestätigung)

 


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